Häusliche Gewalt und Missbrauch in der Ehe, Partnerschaft oder wo auch immer ist kein Kavaliersdelikt und leider ein großer Bestandteil bei vielen Frauen, der dann oftmals auch aus Scham nicht außen getragen wird.
Die innerlichen Verletzungen sind teilweise so groß, dass viele Betroffene nicht mehr weiterwissen. Dabei ist es wirklich sehr wichtig, dass man so etwas früh genug beendet.
Dazu kommt auch oftmals das Problem, dass ausgerechnet Kinder diese Gewalt in der häuslichen Gemeinschaft miterleben müssen. Etwas, dass Kinder mehr prägt, als sich das manch einer von Ihnen vorstellen kann.
Kinder sind grundsätzlich das schwächste Glied und diese kleinen und machtlosen Geschöpfe müssen auf einmal erleben, wie zum Beispiel die heiß geliebte Mutter von dem Vater Schläge bekommt.
Oftmals rennen diese Kinder anfangs dann auch noch unbedacht dazwischen, weil sie helfen möchten und es doch gar nicht können. Es passiert sehr oft, dass diese Kinder dann auch noch etwas von der Gewalt abbekommen, was sie nach und nach immer mehr und tiefer verstört. Manche so sehr, dass sie für das ganze Leben traumatisiert sind und unter Umständen auch bleiben.
Diskrepanzen wird es immer in einer Beziehung geben, allerdings sollten wir uns soweit unter Kontrolle haben, dass wir diese nicht vor, geschweige denn noch mit einem Kind austragen und vor allem stets sachlich und ohne jegliche Gewalt!
Kinder wollen doch durch uns ihren Schutz und wollen von uns etwas lernen, also sollten wir ihnen mit etwas mehr Verantwortung gegenübertreten, denn das haben sie in jedem Fall immer verdient.
Gewalt ist abscheulich und hat dort erst recht keinen Platz!
Wie schnell ein Kind durch solche Erlebnisse in eine schwere Depression fallen kann, scheinen einige dabei völlig zu vergessen.
Diese dann zu heilen oder zumindest den Versuch zu starten , kann ein ganzes Leben in Anspruch nehmen und ich weiß nicht, ob wir das verantworten können!
Genauso wenig können wir dies der Frau gegenüber verantworten, die meist die Unterlegene in einer solchen unschönen Situation ist.
Leider ist es die Tagesordnung, dass viele Frauen Gewalt in der Ehe oder Partnerschaft erleben müssen. Dabei gibt es tatsächlich auch noch Frauen, die diese Gewalt ihres Partners nicht nur akzeptieren, sondern auch stets noch entschuldigen.
Lassen Sie mich dazu bitte feststellen: Wer Gewalt an sich mag, sollte sich auch dringend in ärztliche Behandlung begeben.
Wenn sich ein Mann gegen eine Frau erhebt, überschreitet er eine sehr gefährliche Grenze und man kann meistens davon ausgehen, wer es einmal tut, wird es auch ein zweites mal machen. Dabei kennt der Übermut und die Aggressivität bei manchen Männern keine Grenzen und sie bleiben manchmal sogar unberechenbar.
Natürlich weiß ich auch, dass es unwahrscheinlich viel Mut und Überwindung braucht, sich gegen Gewalt zu wehren.
Und damit meine ich schon gar nicht eine gewisse Gegengewalt, die Sie nun auf einmal entwickeln sollen, sondern einfach nur den Punkt, dass sich kein Mensch so etwas gefallen lassen muss und jederzeit gehen kann.
Bekanntlich wird es an dieser Stelle auch wieder Menschen geben, die jetzt die Augenbrauen hochgezogen haben und sich sagen, dass hört sich alles so einfach an.
Nichts ist im Leben wirklich einfach und alles erfordert einen festen Willen. Doch es gibt immer nur zwei Möglichkeiten: Entweder ich akzeptiere mein Leben so, wie es jetzt zur Zeit ist, oder ich möchte es ändern. Dann muss ich allerdings etwas dafür tun und ich möchte Ihnen dabei helfen.
Es ist immer wieder das Thema, wo wir uns öffnen müssen und uns erklären müssen, denn von alleine passiert selten etwas und darauf sollte man nicht warten.
Jeder Mensch sollte die Möglichkeit haben, sein Leben weitgehend nach seinen Wünschen leben zu können, womit hier nicht etwas Materielles gemeint ist, sondern einfach die Tatsache, dass wir uns nicht zum Sklaven von anderen machen brauchen, denn die Sklaverei wurde schon vor sehr langer Zeit abgeschafft!
Bei wem in der häuslichen Gemeinschaft auch Gewalt auf der Tagesordnung steht, bei dem ist das bekanntlich so. Es muss das gemacht werden, was der Stärkere vorschreibt. Der Schwache bleibt vor Angst auf der Strecke und kann nichts mehr oder nur noch wenig von dem machen, was man vielleicht eigentlich gerne machen würde.
Dieser Zustand der Bedrohung und der Angst ist wieder ein Punkt, der sehr viele Frauen in die Depression treibt, bzw. treiben kann. Sie ziehen sich immer mehr zurück, leben den Alltag nur noch teilnahmslos und finden kaum noch Dinge im Leben, über die sie sich wirklich freuen können.
Das Schlimmste daran ist, dass diese Zahl derer erschreckend hoch ist. Ich nenne sie bewusst Marionetten, weil andere die Zügel in der Hand haben und mit ihnen machen, was sie wollen.
Um einer Depression wenigstens etwas entgehen zu können, müssen Sie sich an dieser Stelle nun fragen, was Sie wirklich wollen. Sie sind sich selbst Ihres Glückes Schmied und sind in erster Linie für sich selbst verantwortlich. Hilfe gibt es für Opfer jeglicher Art sehr viel, wenn man sich erst einmal dafür entschieden hat, diese auch in Anspruch nehmen zu wollen und Sie werden einige Kontaktinformationen am Ende meines Buches über Mißbrauch finden.
Dabei ist es vollkommen egal, ob Sie behördliche Hilfe in Anspruch nehmen, das Frauenhaus oder auch die Hilfe von Freunden oder Angehörigen. Eigentlich ist immer jemand da, wenn man nur offen und ehrlich danach sucht.
Gerade, wenn auch noch Kinder mit in diesem Kreislauf hängen, ist es eine Pflicht ihnen gegenüber, sie vor so einem Leben mit Gewalt zu schützen. Die Spätfolgen kann man bei weitem nicht so einfach absehen und sollte man auch nicht unterschätzen, weil viele Kinder erst Jahre später unter diesen Folgen zu leiden haben und eine Depression entwickeln.
Ein Kind kann sehr schnell innerlich kaputt gehen, denken Sie bitte daran, denn Sie sind auch für Ihr Kind verantwortlich.
Laut einer Statistik, wurden allein im letzten Jahr fast 19000 Kinder Opfer von Gewalt, indem sie geschlagen, misshandelt und zum Teil auch vergewaltigt wurden.
Schlimm an dieser Tatsache ist noch, dass einige Kinder oftmals auch nichts von solchen Taten erzählen. Sie schlucken es sehr tief und manchmal kommen diese Erlebnisse erst nach vielen Jahren wieder von ihnen auf den Tisch, denn vergessen werden sie solche Erlebnisse niemals.
Mikel Marz
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