Alleine nur in Deutschland geht man davon aus, dass sich in etwa zwölftausend Menschen pro Jahr freiwillig das Leben nehmen,  wobei man dabei immer noch die Dunkelziffer berücksichtigen und dazuzählen muss.
Suizid (Selbstmord) gehört auch bei Jugendlichen zu der häufigsten Todesursache und leider steigen die Zahlen mit zunehmenden Alter.
Wenn man der These weiter glauben schenken darf, begehen Männer doppelt so oft Suizid wie Frauen, wobei es das weibliche Geschlecht häufiger probiert und auch Suizidversuche sollte man nicht unberücksichtigt lassen.   

Zahlen, die uns betroffen machen sollten, denn wie vielen Menschen hätte man vielleicht noch einen Ausweg zeigen können, wenn wir es vielleicht gewusst hätten oder sich die betroffene Person uns anvertraut hätte.

Man teilt diese suizidgefährdeten Menschen in mehrere Gruppen auf.
Man schätzt weiter, dass ca. fünfzig Prozent die Menschen sind, die unter der Depression leiden, ca. dreiunddreißig Prozent neurotisch sind und der Rest suchtkrank oder schizophren ist.

Tatsache ist aber, dass die überwiegende Zahl unter der Volkskrankheit Nr. 1 leiden, nämlich der Depression.

Die Ursachen sind vielfältiger, als viele Menschen glauben können.

Familiäre, berufliche, existenzielle Probleme stehen dabei sicherlich ganz oben, aber auch Autoritäts- oder Geldprobleme haben neben dem Liebeskummer einen großen Platz eingenommen,

Und auch wenn man weiter davon ausgeht, dass sich ein Großteil von Suizidkranken immer noch bemerkbar macht, verlassen darf und sollte man sich darauf nicht.

Als ich diese ganze Fakten gelesen habe, war ich sichtlich schockiert und auch ich persönlich habe einige Schicksale zu beklagen, die keine Kraft mehr zum Leben in sich hatten und sich auch niemandem anvertrauten.

Immer noch und immer mehr gibt es viele Betroffene, denen wir leider nicht ansehen können, wie sehr sie wirklich innerlich leiden und die sich leider auch niemandem offenbaren. Teilweise aus Scham, aber oftmals auch, weil sie einfach niemanden hatten.

Ich erlebe es häufig, dass die Menschen mit soviel Unwichtigkeiten beschäftigt sind, dass sie keine Augen und Ohren mehr für ihre Mitmenschen haben.

Erst wenn dann ein Mensch, ein Angehöriger, ein Freund oder ein Kollege uns auf diese Art verlassen hat, werden wir nachdenklich.
Auch wenn wir in vielen Fällen nur vor den Kopf schauen konnten, ein schmerzendes Gefühl bleibt in uns. Auch, wenn wir wirklich nichts erkennen konnten oder gewusst haben.

In Zeiten von Hartz IV hat sich das alles noch verschärft. Die Armut ist im allgemeinen gestiegen und viele Menschen aus den unterschiedlichsten Schichten haben nun daran zu knabbern.

Wollten wir nicht alle etwas ganz Großes in unserem Leben bewegen? Vielleicht hatten wir das auch alles schon und nun sitzen wir auf der Kehrseite des Lebens.
Wie viele Menschen bekommen vielleicht aufgrund ihres Alters keinen Job mehr und fühlen sich jetzt mehr oder weniger überflüssig?
Wie viele Menschen suchen in Ihrem Kummer im Alkohol Trost?
Wie werden wir nun von unseren Mitmenschen gesehen und was denken diese nun über uns? Was mache ich nur, wenn ich nun meine Arbeit verliere? Wovon sollen wir denn dann leben?
Wie sollen denn die Kinder jetzt noch eine Zukunft haben?

Ein paar Fragen, die nur ein Staubkorn groß sind und die doch immer wieder dazu führen, dass Menschen ihren Halt verlieren und stark depressiv werden oder sich sogar umbringen.

Deshalb habe ich dieses brisante Thema auch sehr offen, direkt und speziell behandelt und das Buch „Suizid, Warte, bis Du gehst“ geschrieben.

Ich denke, dass es ein wichtiger Beitrag dafür sein kann, suizidgefährdeten Menschen neue Kraft, Mut, Hoffnung und vor allem in erster Linie eine neue Sichtweise zu geben.